Herausforderungen bei der Vermarktung von variantenreichen Industrieprodukten

Besichtigen den großen Ausstellungs-Nähsaal der Dürkopp Adler AG in Bielefeld: MC Geschäftsführer André Mielitz (l.), Daniela Köller, vormalige JuMP Sprecherin des MC, und Thomas Brinkhoff, Director of Marketing der Dürkopp Adler AG. Foto: Susanne Freitag
06. November 2017
Dürkopp Adler AG, Potsdamer Str. 190, 33719 Bielefeld

Nähmaschinen 4.0

(Bielefeld, 6. November 2017). „Dürkopp Adler ist eine der wertvollsten Marken der Branche und wird als Technologieführer wahrgenommen“, hebt Thomas Brinkhoff, Director of Marketing der Dürkopp Adler AG, hervor. Mit einem erwarteten Umsatz von rund 150 Millionen Euro für 2017 – davon 90 Prozent Exportanteil – und 1.450 Beschäftigten ist das in Bielefeld ansässige Unternehmen der größte europäische Hersteller von Industrienähmaschinen.

Vor dem Marketing Club OWL Bielefeld skizzierte Thomas Brinkhoff, weshalb gerade dieser hohe Exportanteil den Maschinenbauer vor große „Herausforderungen bei der Vermarktung seiner variantenreichen Industrieprodukte“ stellt. Denn das Produktprogramm beinhaltet über 300 Maschinentypen in verschiedenen Ausfertigungen und dazu kommen – ein großer Wettbewerbsvorteil beim Kunden – 35.000 Ersatzteile, von denen rund 90 Prozent am Standort Bielefeld vorrätig gehalten werden.

Wie geht ein Unternehmen mit diesem riesigen Sortiment um? Wie kommuniziert es diese Vielfalt und berät Kunden heute sinnvoll? Denn eines gilt für Brinkhoff in seiner Branche nach wie vor: „Nähmaschinen kann man nicht ausschließlich online schulen, da muss man auch was mal ausprobieren.“ Und dabei stößt der Hersteller schnell auf Kapazitätsprobleme beim Einsatz von geeignetem Personal.

Generell, so Marketingchef Brinkhoff, werden beispielsweise Online-Plattformen in dieser traditionsreichen Branche schlecht angenommen. Zudem sind die Kundenansprüche an die Maschinen ausgesprochen vielfältig und richten sich nach den jeweiligen Einsatzgebieten. Hauptkundensegmente sind Wohnpolster, technische Textilien, Leder sowie klassische Herrenbekleidung und Automotive – ein Segment, in dem Dürkopp Adler Weltmarktführer ist. Ohne die persönliche Beratung durch die Experten von Dürkopp Adler lässt sich die passende Nähmaschine oft nicht konfigurieren. Fehleinschätzungen beim Kauf aber könnten auf diesem Preisniveau schnell teuer werden und würden darüber hinaus die starke Marke beschädigen.

Ein weiteres großes Thema ist der internationale Wettbewerb. Um die Marke Dürkopp Alder an der Spitze zu halten, „müssen wir immer einen Schritt schneller in der Forschung und Entwicklung sein. Wir müssen bessere Ideen haben und sie schneller umsetzen, als die Konkurrenz sie kopieren kann“, erklärte Thomas Brinkhoff.

Ein Ansatz, diesen Innovationsvorsprung zu festigen, ist die Entwicklung der Industrie 4.0-Lösung „QONDAC NETWORKS“. Dahinter verbirgt sich ein Produktions-Überwachungssystem, mit dem bis zu 1.500 Nähmaschinen vernetzt, ihre Produktivität und ihr Status jederzeit analysiert werden können. QONDAC NETWORKS soll als erstes Industrie 4.0-Produkt für Industrienähmaschinen die digitale Nähproduktion Realität werden lassen: „Nähmaschinen werden in der Zukunft miteinander kommunizieren können.“

www.duerkopp-adler.de
www.qondac.com

Text: Martina Höke
Fotos: Susanne Freitag

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