Lightpower GmbH, Paderborn

Sind optimistisch: (v.l.) Philipp und Ralph-Jörg Wezorke; Foto: Anja Epkes

Eine Branche will zurück ans Netz

Durch die Pandemie stehen in der Veranstaltungsbranche fast alle Räder still. Doch es gibt Aussicht auf Besserung. Philipp Wezorke, Geschäftsführer der Lightpower Group, erklärt wie man sich darauf einstellt und warum man optimistisch in die Zukunft schaut.

Wie haben Sie das letzte Jahr geschäftlich erlebt?
Als ich am Anfang des letzten Jahres zu meinem Vater in die Geschäftsführung gestoßen bin, hatte noch niemand mit solch einer Entwicklung gerechnet. Corona hat uns und unsere Kunden, wie Veranstaltungsdienstleister, Messeausstatter und Theater hart getroffen. Dabei sind die Freiberufler unserer Branche am schlimmsten dran. Staatliche Hilfen sind zwar förderlich, aber sie lösen unser Problem nicht. Deshalb versuchen wir zusammen mit unseren Kunden, weitere Marktmöglichkeiten zu erschließen.

Inwiefern?
In diesen Zeiten hat die digitale Marketing-Kommunikation einen noch größeren Stellenwert erreicht.
Das ist vielen Unternehmen branchenübergreifend sehr bewusst geworden.
Unsere Branche hat sich schnell und flexibel darauf eingestellt, Formate anzubieten, in denen Unternehmen ihre digitalen Inhalte deutlich besser transportieren können.

Dazu haben viele Veranstaltungsdienstleister ihre Hallen kurzum in Streaming-Studios verwandelt. Das Equipment und Know-how zur kameragerechten Ausleuchtung liefern wir zu und unterstützen dabei gleichzeitig bei der Planung und Umsetzung.

So hat das Streaming-Geschäft für eine Belebung und mithin für eine gewisse Kompensation gesorgt. Aber unser Hauptgeschäft ist und bleibt der Live- und Tournee-Betrieb.
 
Wie sehen Sie die Entwicklungen und Trends solcher Live-Veranstaltungen?
Hier ist die momentane Lage tatsächlich sehr ernst. Da geht es nicht nur um Existenzen, sondern um die gesamte Struktur einer Branche.

Unser Unternehmen ist geboren aus der Leidenschaft zur Musik und dem Lebensgefühl des Rock’n’Roll. Mein Vater und ich sind damals wie heute selbst einige Jahre auf diesem Karussell mitgefahren.

Die freiberuflichen Profis, die den technischen Tourneebetrieb erst ermöglichen, wissen teilweise gar nicht, wie es weitergehen soll. Einen Pyrotechniker von Rammstein kann man halt schlecht auf einen Bürojob umschulen. Er will auf Tour sein. Diese Menschen machen auch den besonderen Spirit unserer Branche aus.
Deswegen wollen wir und unsere gesamte Branche so schnell wie möglich wieder zurück ans Netz.
 
Wie könnte so etwas aussehen?
Es gibt viele gute Ansätze, um Live-Events wieder durchführen zu können. Es gibt Studien, wie zuletzt aus den Niederlanden oder auch ein Pilotprojekt mit Tim Bendzko.

Sobald zügig geimpft wird, treten positive Effekte ein, wie wir sie bei unserem englischen Partnerunternehmen feststellen. Nachdem verkündet wurde, dass alle Corona-Maßnahmen bis Juni aufgehoben werden, waren die ersten Festivals innerhalb weniger Minuten ausverkauft.

Diese „Öffnungen“ sorgen für Planungssicherheit und Investition bei unseren Kunden und zeigen, dass unsere Branche wieder genesen kann. Das stimmt uns optimistisch und da wollen wir schnell wieder hin.

Schließlich lieben wir Live.

www.lightpower.de

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